{"id":439,"date":"2017-02-18T17:49:05","date_gmt":"2017-02-18T04:49:05","guid":{"rendered":"https:\/\/velo.nomaden.be\/?p=439"},"modified":"2017-03-21T11:04:29","modified_gmt":"2017-03-20T22:04:29","slug":"tunnelblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/velo.nomaden.be\/index.php\/2017\/02\/18\/tunnelblick\/","title":{"rendered":"Tunnelblick"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem erholsamen Ruhetag im Punakaiki Beach Backpackers gehts erst mal weiter wie bisher. Unter uns krachen die Wellen an die Klippen und \u00fcber uns verschwinden die von Regenwald bedeckten H\u00e4ngen in den tiefen Wolken. In einem st\u00e4ndigen auf und ab windet sich die Strasse der schroffen K\u00fcste entlang. Kurz vor der Abzweigung nach Westport verschwinden die H\u00fcgel und auch die letzten Wolken werden vom Wind \u00fcber die Berge weggetragen.<\/p>\n<p>Wir haben genug Proviant f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage, daher lassen wir die\u00a0 Stadt links liegen und folgen dem Buller River direkt in die Schlucht. Dieser ist in Folge der intensiven Regenf\u00e4lle zu einem m\u00e4chtigen Strom angewachsen. Ganz zum Missfallen des kauzigen Managers vom Berlins Cafe, weil es so zu gef\u00e4hrlich ist um mit dem Jetboat \u00fcbers Wasser zu flitzen. Zelt aufstellen geht zum Gl\u00fcck, er zeigt uns den besten Platz wo sich meistens nicht einmal Pf\u00fctzen bilden.<\/p>\n<p>Auch w\u00e4hrend dem folgenden Tag f\u00fchrt die Strasse durch die enge Schlucht flussauw\u00e4rts. Die Steigungen werden strenger und auch der Verkehr nimmt zu. Zuerst \u00fcberholen uns nur vereinzelte Holztrucks. Kurz vor Murchison treffen wir auf den State Highway 65, die Route \u00fcber den Lewis Pass nach Christchurch. Ab hier brausen uns die Trucks nur noch so um die Ohren. Erst sp\u00e4ter begreifen wir, dass der gesamte Nord-S\u00fcdverkehr durch dieses Nadel\u00f6r durch muss. Dies weil die normale K\u00fcstenroute wegen dem Erdbeben vom November nach wie vor geschlossen ist.<\/p>\n<p>Wir schlafen in Murchison und hoffen, dass es am fr\u00fchen Morgen weniger Verkehr hat. Auch wir m\u00fcssen schliesslich diesen Engpass bew\u00e4ltigen. Einige Fahrer interessiert es \u00fcberhaupt nicht ob sich jemand am Strassenrand aufh\u00e4lt &#8211; klassischer Tunnelblick. Es sind nicht so sehr die LKWs, die uns manchmal fast von der Strasse dr\u00e4ngen, sondern eher die Tourbusse, die mit unverminderter Geschwindigkeit und ohne Abstand an uns vorbeibrettern. Wir sind gl\u00fccklich als wir endlich die Abzweigung bei Kawatiri erreichen. Tats\u00e4chlich biegen dort die meisten Fahrzeuge auf den SH 63 ein, der nach Blenheim und Picton f\u00fchrt. Wir fahren weiter auf dem Highway 6 in Richtung Nelson.<\/p>\n<p>Am Abend auf dem Camping treffen wir auf Bernhard und Christa. Sie sind un die Gegenrichtung unterwegs und wir tauschen bis gef\u00fchlt sp\u00e4t in die Nacht Reisegeschichten aus. Schon am Morgen hat uns ein Biker von einem Radweg durch einen alten Eisenbahntunnel erz\u00e4hlt. Die beiden haben die Abzweigung gesehen, liessen dich aber von der Naturstrasse abgeschrecken. Das ist nicht weiter verwunderlich, tats\u00e4chlich sind die Radwege in Neuseeland eher f\u00fcr Mountainbikes ohne Gep\u00e4ck konzipiert. Beispielhaft f\u00fcr die Kiwi-Radkultur ist auch, dass ein Radweg immer bei einem Parkplatz beginnt (irgendwie muss man ja zum Radweg kommen) und dass man meist Tore passieren muss, bei deren Konzipierung niemand mit Packtaschen und voll beladenem Gep\u00e4cktr\u00e4ger gerechnet hat.\u00a0 Nachdem wir aber gute Erfahrungen auf dem West Coast Wilderness Trail gemacht hatten, liessen wir uns auf dieses Wagnis ein. Wo kann man sonst mit dem Velo durch einen Tunnel fahren und sich so sogar noch ein paar H\u00f6henmeter sparen?<\/p>\n<p>Auch mit Velolicht und Stirnlampe sieht man nicht viel in dem unbeleuchteten Loch. Die Reflektoren entlang der Seitenw\u00e4nde erleichtern es die Spur zu halten. Der Spooners Tunnel wurde erst k\u00fcrzlich wieder er\u00f6ffnet, der Strassenbelag ist f\u00fcr hiesige Verh\u00e4ltnisse fast rollstuhlg\u00e4ngig. Zum Gl\u00fcck, denn Steine oder L\u00f6cher w\u00fcrde man auch kaum sehen.<\/p>\n<p>Bis nach Belgrove folgt der Great Taste Trail dem alten Bahntrasse mit kleinem stetigen Gef\u00e4lle. Nur einmal liegt ein Baum quer \u00fcber der Strasse. Gl\u00fccklicherweise so, dass man bequem unten durch kommt. Nach dem obligaten Kaffee und Kuchen Stopp bei der Wakefield Bakery folgen wir nicht mehr allen Schlenkern des Velowegs. Der Plan ist die Stadt Nelson zu erreichen bevor der Regen einsetzt. Leider klappt das nicht ganz. Es beginnt mit leichtem Niesel. Kein Grund gleich die Regenklamotten hervor zu kramen. Wird dann aber stetig st\u00e4rker&#8230; Dank Elianes Weitsicht erreichen wir die Jugi auf direktem Weg. Zum Gl\u00fcck, denn Lorenz&#8216; Tunnelblick h\u00e4tte uns wohl direkt ins Stadtzentrum gef\u00fchrt.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-439 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/velo.nomaden.be\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/DSC_0028.jpg\" title=\"Buller River mit Hochwasser\" data-description=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/velo.nomaden.be\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/DSC_0028-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/velo.nomaden.be\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/DSC_0028-150x150.jpg 150w, https:\/\/velo.nomaden.be\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/DSC_0028-60x60.jpg 60w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\"><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/velo.nomaden.be\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/DSC_0039.jpg\" title=\"Gate auf dem Veloweg\" data-description=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/velo.nomaden.be\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/DSC_0039-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/velo.nomaden.be\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/DSC_0039-150x150.jpg 150w, https:\/\/velo.nomaden.be\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/DSC_0039-60x60.jpg 60w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\"><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/velo.nomaden.be\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170217_103025.jpg\" title=\"Mit dem Velo durch den Spooners Tunnel\" data-description=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/velo.nomaden.be\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170217_103025-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/velo.nomaden.be\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170217_103025-150x150.jpg 150w, https:\/\/velo.nomaden.be\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/20170217_103025-60x60.jpg 60w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\"><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem erholsamen Ruhetag im Punakaiki Beach Backpackers gehts erst mal weiter wie bisher. 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